EINLEITUNG

 

Die Kerze spielt im Leben des Menschen eine besondere Rolle. Gerade in der heutigen Zeit, die durch Tempo und Hektik geprägt ist, wirkt sie wohltuend und erzeugt eine beruhigende Stimmung, die den Ausgleich zu Hast und Hetze schafft.

Nach Einführung des elektrischen Lichtes war die Kerze nicht mehr nur Zweckmittel der Beleuchtung, sondern die magische Anziehungskraft ihrer warmleuchtenden Flamme läßt sie auch heute noch gegen raffinierteste Beleuchtungsarten mit Erfolg konkurrieren. Ihre Gestalt und ihre Dekoration passen sich dem Verwendungszweck an. Dem Formenreichtum und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Kerzenkauf ist Wissens- und Vertrauenssache - wenden Sie sich an unser Fachgeschäft.
Der vorgesehene Umfang dieser Abhandlung gestattet es nicht, das gesamte Fachwissen über Rohstoffe und Kerzenherstellung zu behandeln. Die hier aufgenommenen Punkte sind für Auskünfte an den besonders interessierten Verbraucher gedacht, der Freude am Kerzenlicht haben möchte.

BEGRIFFSBESTIMMUNG

 

Unter dem Begriff "Kerze" sind ausschließlich Lichtquellen zu verstehen, die aus einem Docht und einer festen Brennmasse, die den Docht umgibt, bestehen. Dazu gehören auch Teelichte, Stundenbrenner und Öllichte, obwohl sich die feste Brennmasse in einem Becher oder einem anderen Gefäß befindet. Ist hingegen die Brennmasse, die den Docht umgibt, flüssig, so handelt es sich um Ampeln, Lampen oder Laternen. Mit Dosen oder Hülsen als Behälter wird zwar oft die Form einer Kerze imitiert, doch durch die flüssige Brennmasse unterscheiden sie sich eindeutig von echten Kerzen. Auch Fackeln und Wunderkerzen gehören nicht in die Kerzenfamilie. Sie bestehen nur aus einer Wicklung und haben keinen Docht.
Im übrigen sind folgende Vorschriften, Normen und Standards bisher geschaffen worden:
  • Kerzen, Güte - und Bezeichnungsvorschriften RAL 040 A, Ausgabe 1992, Beuth Verlag GmbH, Berlin (Druck in Vorbereitung)
  • Öllichte, Güte- und Bezeichnungsvorschriften RAL 040 B 2, Ausgabe Mai 1981, Beuth Verlag GmbH, Berlin
  • Begriffsbestimmung Wachs, DGF Einheitsmethoden, M-1 1 (75), Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft, Münster/Westfalen

 


GESCHICHTE

 

Von alters her hatte der Mensch Sehnsucht nach Licht. Im alten Griechenland des 6. Jahrhundert v. Chr. wurden Holz und Kien in Schalen mit Öl und Fett getränkt. Die alten Ägypter verwendeten dafür Rhizinusöl und die Römer Talg sowie Öl. Vom vorchristlichen Altertum wird vermutet, daß Beleuchtungsmittel durch Eintauchen eines Funale (Docht) in Talg hergestellt wurden. Der Funale bestand meist aus Binse, Schilfrohr, Papyrus oder Hanfabfällen. Diese kleinen Wachsfackeln wurden als Beleuchtungskörper an den Spitzen eines Kandelabers aufgesteckt.

Das Wort Kerze kommt aus dem lateinischen "Cereus" (= Wachslicht). Im 1./2. Jahrhundert n. Chr. wird die Kerze als kurzlebiges Licht beschrieben, das einen Faden (Docht) besitzt und ständig gewartet werden muß.

Etwa Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. waren bei den Römern niedrige Wachskerzen so weit entwickelt, daß sie in einem geschlossenen Raum brennen konnten - ohne lästiges, übermäßiges Rußen und üblen Geruch, was bei Fackeln unvermeidlich war.

Das Christentum und die Entwicklung seiner liturgischen Gebräuche waren der Impuls für eine rasche weitere Verbreitung des Kerzengebrauchs. So sind länglich-runde Kerzen mit Wergdocht und Kerzen für liturgische Zwecke seit der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. mit Sicherheit festzustellen.

Mit der Verwendung von Bienenwachs entfaltete sich die Kerzentechnologie das ganze Mittelalter hindurch. Dieser begrenzt vorhandene und damit sehr wertvolle Rohstoff war jedoch vor allem den Kirchen und den reichen Fürstenhäusern vorbehalten. In privaten Haushalten benutzte man Talg- oder sogenannte Unschnittkerzen. Sie wurden aus minderwertigem Rindernierenfett und Hammeltalg hergestellt, rochen dementsprechend ranzig, qualmten und rußten.

Erst Ende des 15.Jahrhunderts zog das Bienenwachs auch in die gute Stube wohlhabender Bürgerhäuser ein. Problemlose Wachslichter kannten unsere Vorväter leider nicht: Die Kerzen mußten fortwährend "geschneuzt", also geputzt werden. So nannte man das damals, wenn der abgebrannte Docht ständig gekürzt wurde, um Rußen und Tropfen zu verringern.

Erst im vorigen Jahrhundert entdeckte man die Kerzenrohstoffe Paraffin und Stearin, die heute noch verwendet werden.

Im gleichen Zeitraum wurde der Docht entscheidend verbessert, so daß endlich in Erfüllung gehen konnte, was Goethe schon so dringend wünschte: "Wüßte nicht, was sie besseres erfinden könnten, als daß die Lichter ohne Putzen brennten."


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